Großer Erfolg: Über 500 protestieren gegen AfD-Flügeltreffen in Binz

Veröffentlicht am 25.11.2019 in Allgemein

Unter dem Motto "Buntes GeFlügelfest statt braunes AfD-Flügeltreffen" fand am vergangenen Samstag, 23.11.2019, vielfältiger, kreativer und kritischer Protest gegen das AfD-Flügeltreffen im Binzer Arkona-Hotel statt.

„Wir sind überwältigt, wie viele Menschen von der Insel und aus dem Bundesland unserem Aufruf gefolgt sind, um ein deutliches Zeichen gegen die AfD, gegen Faschismus, Antisemitismus und Rassismus zu setzen. Innerhalb weniger Wochen konnten wir viele Menschen auf der Insel und auch aus dem Bundesland gewinnen, die den Protest vielfältig unterstützten. Einen großen Dank an dieser Stelle an alle, die zu diesem großartigen Erfolg beigetragen haben! Es war gleichzeitig eine der größten Demonstrationen, die Rügen in der Nachwendezeit erlebt hat“, resümiert Marvin Müller vom Bündnis RÜGEN FÜR ALLE – GEMEINSAM GEGEN RECHTS.

„Enttäuschend bleibt indes die Haltung der Hutter-Hoteldirektion, dem Faschisten Björn Höcke und den radikalen ultrarechten AFD-Flügel-Akteur*innen für ihre menschenverachtende Hetze Raum zu geben. Die Verfassungsmäßigkeit der Gäste scheint keine Rolle zu spielen, wenn es ums Geld geht“, kritisiert Ulrike Richter vom Rügener Bündnis.

Rhythmen wechselten sich mit Redebeiträgen ab. Die Samba-Trommelgruppe des Jugendringes Rügen, der Rügener Bläserkreis unter Leitung des Kantors F. Thomas, der Binzer Chor „Min Hart“ und die Band „Krach“ aus Greifswald sorgten für gute Laune und Bewegung unter den Teilnehmenden.

In zahlreichen Beiträgen riefen Akteur*innen aus Politik, Zivilgesellschaft und Kultur zu Menschlichkeit und Solidarität und zum gemeinsamen Kampf gegen Rechtsextremismus und Faschismus aufgerufen. Raum fand ebenso das Erinnern an Bahide Arslan, Ayşe Yilmaz und Yeliz Arslan - die Opfer des rechtsterroristischen Brandanschlags am 23.11.1992 in Mölln – am Tag des Protests vor genau 27 Jahren. 

Deutliche Grußworte kamen von Manuela Schwesig – verlesen vom Staatssekretär Heiko Miraß. Grußworte schickten ebenso das Ehepaar Lohmeyer aus Jamel und das Prora Zentrum. Außerdem sprachen die  Bundestagsabgeordneten Kerstin Kassner (DIE LINKE), Sonja Steffen (SPD) und Claudia Müller (B90/DIE GRÜNEN), Storch Heinar, die Pastorinnen aus Bergen und Binz für den pommerschen Kirchenkreis, der Rügener  Künstler Walter G. Goes und der Stralsunder Autor Gunter Lampe, der DGB, der Verein Tutmonde sowie die Initiative Pro Bleiberecht.

„Die Anwesenheit des Binzer Bürgermeisters, Karsten Schneider, nahm das Bündnis mit Freude zur Kenntnis. Mit seiner Präsens hat er klar Position bezogen und die Verantwortung seines Bürgermeisteramts Ernst genommen. Genau eine solche Haltung bedarf es in Zeiten, in denen faschistische Umtriebe in der Gesellschaft zunehmen“, stellt Ulrike Richter fest.

„Der große Erfolg in Binz macht Mut für weitere Aktivitäten und hat die Entschlossenheit gestärkt, weiter mit einer breiten gesellschaftlichen Front gegen Rechtsextremismus auf Rügen und im ganzen Land vorzugehen“, so das Bündnis abschließend.
Foto: Karin Breitenfeldt

 

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